Zahlreiche Klienten, die zu mir kommen, fühlen sich beruflich oder
privat überfordert. Häufig stellt sich dann im Laufe des Gespräches
heraus, dass sie schon in jungen Jahren in eine verantwortliche Position
gekommen sind, für die sie sich innerlich noch nicht reif genug
fühlten. Ihre Umwelt sah das ganz anders und ermutigte oder drängte Sie
geradezu, die angebotene Position - so eine Chance kommt so schnell
nicht wieder - anzunehmen.
Natürlich fühlten sie sich geschmeichelt und nahmen das Angebot - häufig mit Bauchschmerzen - an. Sie hatten das Gefühl, dass sie nun aller Welt beweisen mussten, dass sie ihre neue Position zu Recht innehaben.
Und damit beginnt häufig der typische Burnout-Weg. Er fängt damit an, dass sie ihre Aufgaben besonders gut erledigen wollen. Der Drang zum Perfektionismus ist besonders ausgeprägt:
Nur keine Fehler machen
Mit gutem Beispiel vorangehen
Immer ansprechbar sein (ich bin eine gefragte
Persönlichkeit)
Neue Aufgaben annehmen, auch wenn alte noch nicht
beendet sind
...
Die Liste lässt sich beliebig verlängern.
Das Gefühl, was sich einstellt ist:
Ich bin eine gefragte Persönlichkeit! Ich bin für das Unternehmen
unentbehrlich!
Die Karrieren dieser Menschen ähneln in einem Punkt:
Sie werden als fleißige und zuverlässige Mitarbeiter wahrgenommen, die immer
wieder bereit sind, mehr zu arbeiten, als sie es eigentlich laut Vertrag
müssten. So traut man Ihnen immer mehr zu und das Leben und der Lebenssinn
dreht und definiert sich immer mehr und fast ausschließlich um und durch die
Arbeit. Sie klettern die Karriereleiter immer weiter nach oben.
Dann, eines Tages ereignet sich etwas in ihrem privaten Umfeld, was sie aus
ihrem gewohnten Rhythmus herausreißt:
Ein Elternteil wird krank oder zum Pflegefall
Kinder beenden ihre Schulausbildung und verlassen
das Haus, um eine Berufsausbildung zu beginnen
Der Lebenspartner orientiert sich neu
.....
Auch diese Themen lassen sich durch viele ergänzen, die Sie aus Ihrem eigene Lebensumfeld kennen.
Auf einmal wird deutlich, was man in seinem sozialen Umfeld nicht wahrgenommen bzw. versäumt hat.
Nun entsteht ein starkes Bedürfnis, all das, was man tatsächlich oder vermeintlich versäumt hat, nachzuholen - "Papa-ante-Portas-Syndrom"- . Ein
Unterfangen, das bei all den Fähigkeiten, die man erworben hat und für
die man beruflich so viel Anerkennung bekommt, nicht bewältigen kann.
Daraus ergibt sich ein weiteres Dilemma:
Wie kann ein Mensch, der sich im beruflichen Umfeld unentbehrlich
gemacht hat, sein Engagement reduzieren und trotzdem unentbehrlich
bleiben?
Der einzig gesellschaftlich heute anerkannte Grund, kürzer zu treten, ist Krankheit.
Kopfschmerzen
Rückenschmerzen
Schwindelgefühle
Blutdruckschwankungen
Schwächegefühl
Darmerkrankungen
Magengeschwür
Herz-Rhythmusstörungen
Herzinfarkt
...
Häufig werden diese
Vorwarnungen des Körpers nicht ernst genommen. Tabletten zur Maskierung der
Symptome helfen nur im Moment, die Schmerzen o.a. zu unterdrücken. Die Ursache
der Beschwerden - und diese sind sehr vielfältig - werden nicht aufgedeckt und
beseitigt. So hat der Körper nur die Möglichkeit, die Symptome zu verstärken,
bis man z.B. durch eine Blockade in der Wirbelsäule oder einen
Bandscheibenvorfall zur Ruhe gezwungen wird.
Professionelle Hilfe schon im Frühstadium in Anspruch zu nehmen und die
Ursachen und Lebensumstände herauszufinden, die zu den Symptomen führen, ist
die beste Burnout-Prävention.
So kann man in Begleitung eines Coaches sein Leben neu ausrichten, so dass es
für Beruf, Familie und sonstiges soziales Umfeld, vor allen Dingen aber für
einen selbst zu einer ausgewogenen Lebensführung und einem angenehmen
Miteinander kommt. Work-Life-Balance und Work-Health-Balance
heißen hier die Zauberworte.
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